Was ist eine Diktier-App?
Eine Diktier-App ist wie ein Diktiergerät, das gleich mitschreibt. Du sprichst, der Text erscheint, und du kopierst ihn in eine Notiz, eine E-Mail oder ein Dokument. Eine gute Diktier-App setzt dabei auch Satzzeichen und Großbuchstaben. Dann liest sich der Text, als hättest du ihn geschrieben, und nicht wie laut gedacht.
So kannst du am Handy diktieren
Am Handy hast du drei Möglichkeiten, zwei davon sind schon installiert.
Das Mikrofon in der Tastatur
Am iPhone schaltest du die Diktierfunktion unter Einstellungen > Allgemein > Tastatur > „Diktierfunktion aktivieren“ ein und tippst dann beim Schreiben auf das Mikrofon. In unterstützten Sprachen setzt das iPhone Kommas, Punkte und Fragezeichen von selbst, und in vielen Sprachen klappt das ohne Internet. Per Sprachbefehl kannst du außerdem eine neue Zeile beginnen oder Wörter wieder löschen. Nach 30 Sekunden Stille schaltet sich die Diktierfunktion von selbst ab.
Bei Android tippst du in Gboard oben auf das Mikrofon und sprichst los, sobald „Jetzt sprechen“ erscheint. Ab dem Pixel 6 setzt die erweiterte Spracheingabe automatisch Satzzeichen und versteht Sprachbefehle, etwa zum Löschen. Auf der Pixel-11-Reihe entfernt eine Funktion namens Rambler außerdem Füllwörter.
Der große Vorteil der Tastatur: Der Text landet direkt in der App, in der du gerade bist, ob WhatsApp, Mail oder Notizen. Gedacht ist sie aber für einen Satz oder eine kurze Nachricht. Abgesehen von Rambler schreibt sie Wort für Wort mit: Überlegst du es dir mitten im Satz anders, stehen beide Versionen da. Und ist die Nachricht verschickt, gibt es keine Liste mit allem, was du diktiert hast.
Diktiergerät-Apps
Eine Diktiergerät-App nimmt zuerst den Ton auf und liefert den Text dazu. Die Sprachmemos auf dem iPhone zeigen ab dem iPhone 12 eine Transkription, die Rekorder-App auf Pixel-Handys macht aus Aufnahmen Text, und bei Samsung heißt die App gleich „Diktiergerät“ und hat einen Modus „Sprache-zu-Text“. Genau das ist gemeint, wenn jemand eine Diktiergerät-App mit Schreibfunktion sucht.
Ihre Stärke ist die Aufnahme selbst: Du kannst sie dir noch mal anhören, etwa nach einem Interview oder wenn du jemanden wörtlich zitieren willst. Dafür ist der Text eine Abschrift von allem, was gesagt wurde. Fürs Interview passt das, eine Notiz oder E-Mail musst du danach aber noch überarbeiten.
Diktier-Apps
Eine Diktier-App ist dafür gemacht, aus Gesprochenem brauchbaren Text zu machen. Manche funktionieren als Tastatur in anderen Apps, manche sind auf längere Notizen ausgelegt, manche bügeln auch deine Formulierungen glatt. Preislich reicht das von kostenlos bis zum Monatsabo.
SotiTalk
SotiTalk ist eine Diktier-App für iPhone und Android, gedacht für alles, was länger ist als eine Nachricht. Das kann sie:
- Text in Echtzeit. Die Wörter erscheinen, während du noch sprichst.
- Gleich aufgeräumt. Ähms, Stotterer und abgebrochene Sätze fliegen raus; Grammatik, Satzzeichen und Groß- und Kleinschreibung werden korrigiert.
- Deine Korrekturen zählen. Aus „Treffen wir uns um 9, nein, um 10“ wird „Treffen wir uns um 10“.
- Absätze von selbst. Bei einer natürlichen Pause beginnt ein neuer Absatz.
- Lange Aufnahmen. Bis zu 90 Minuten am Stück.
- Alles gespeichert. Jede Aufnahme landet in einer Liste auf deinem Handy, zum Kopieren, Teilen oder Löschen.
- Kostenlos, ohne Konto. Kein Abo, keine In-App-Käufe, keine Anmeldung.
Welche Lösung passt wann?
Tastatur und Diktier-App schließen sich nicht aus, du kannst gut beides nutzen. Als grobe Orientierung:
| Du willst … | Passt am besten |
|---|---|
| Kurz auf eine Nachricht antworten | Mikrofon in der Tastatur |
| Ein Interview aufnehmen und den Ton behalten | Diktiergerät-App |
| Notizen, einen E-Mail-Entwurf oder eine To-do-Liste diktieren | Diktier-App |
| Beim Spazierengehen eine Idee festhalten, Handy in der Tasche | Diktier-App |
| In der Vorlesung mitschreiben lassen | Diktier-App |
Faustregel: Passt es in eine Nachricht, nimm die Tastatur. Wird es länger als ein paar Sätze oder willst du es aufheben, spart dir eine Diktier-App das Aufräumen.
So diktierst du mit SotiTalk
Vom Download bis zum eingefügten Text sind es sieben Schritte:
- Lade SotiTalk aus dem App Store oder von Google Play und öffne die App. Anmelden musst du dich nicht.
- Tippe auf dem Startbildschirm der App auf den großen Aufnahme-Button. Beim ersten Mal erlaubst du den Zugriff aufs Mikrofon.
- Sprich los. Der Text erscheint, während du redest.
- Tippe auf den Stopp-Button, wenn du fertig bist. Der Text wird automatisch gespeichert.
- Öffne den Tab Recordings und tippe auf deine Aufnahme. Gib ihr einen Titel, wenn du sie später leichter wiederfinden willst.
- Tippe oben auf die drei Punkte und wähle Copy oder Share.
- Füge den Text in deine Notizen-App, eine E-Mail oder ein Dokument ein.
Die App ist auf Englisch beschriftet, deshalb heißen Tab und Menüpunkte wie oben. Den Bildschirm musst du nicht anlassen: SotiTalk nimmt weiter auf, wenn du das Handy sperrst oder die App wechselst. Am iPhone (ab iOS 17) stoppst du direkt auf dem Sperrbildschirm, bei Android pausierst, setzt fort oder stoppst du über die Benachrichtigung.
Tipps fürs Diktieren
Die Tipps passen zu den Schritten oben:
- Vor Schritt 2: Such dir eine ruhige Ecke. Musik im Hintergrund stört nicht, andere Stimmen landen aber mit im Text, weil SotiTalk Sprecher nicht unterscheidet.
- Bei Schritt 3: Sprich in ganzen Sätzen. So, wie du es jemandem erklären würdest. Dann liest sich der Text auch so.
- Mach Pausen zwischen Gedanken. Jede Pause beginnt einen neuen Absatz, so steht jeder Gedanke ganz von selbst in einem eigenen.
- Korrigier dich laut. „Dienstag, nein, Mittwoch“ wird zu „Mittwoch“. Neu anfangen musst du nicht.
- Lass „Komma“ und „neue Zeile“ weg. Satzzeichen und Absätze setzt die App selbst, Sprachbefehle versteht sie nicht.
- Nach Schritt 4: Lies einmal drüber. Namen, Zahlen und Fachbegriffe solltest du kurz prüfen, bevor du etwas verschickst.
- Länger als 90 Minuten: Starte direkt danach eine neue Aufnahme.
Was du alles diktieren kannst
Ein paar Beispiele, die gut funktionieren:
- Einkaufsliste: „Milch, Eier, den guten Kaffee und was für Annas Geburtstag.“
- Antwort auf eine E-Mail: Sag, was du schreiben würdest, kopier es in dein Mailprogramm, Anrede dazu, fertig.
- Entwurf für einen Blogartikel: Erst die Gliederung durchsprechen, dann jeden Abschnitt als eigenen Absatz.
- Idee beim Spazierengehen: Aufnahme starten, Handy sperren, in die Tasche stecken, weiterreden.
- Mitschrift in der Vorlesung: Bis zu 90 Minuten pro Aufnahme, das reicht für eine Doppelstunde.
- To-do-Liste für morgen: Nach jeder Aufgabe eine Pause, dann steht jede in einem eigenen Absatz.
Was SotiTalk nicht kann
SotiTalk macht eine Sache. Das sind die Grenzen:
- Beim Aufnehmen brauchst du eine Internetverbindung.
- Eine Aufnahme dauert höchstens 90 Minuten, insgesamt sind bis zu 5 Stunden pro Tag drin.
- Es gibt keine Sprechererkennung: Alles, was die App hört, landet in einem Text.
- Sie arbeitet nur live. Audiodateien oder Sprachmemos kannst du nicht importieren.
- Sprachbefehle wie „neue Zeile“ oder „lösch das“ versteht sie nicht.
- Sie tippt nicht in andere Apps. Du kopierst oder teilst den Text dorthin, wo du ihn brauchst.
Häufige Fragen zur Diktier-App
Gibt es eine kostenlose Diktier-App?
Ja. Die Diktierfunktion in der Tastatur von iPhone und Android kostet nichts, und SotiTalk ist ebenfalls kostenlos: kein Abo, keine In-App-Käufe, kein Konto.
Ist Diktieren schneller als Tippen?
Laut einer Studie der Stanford University von 2016 ja: Dort war Spracheingabe am Handy etwa dreimal so schnell wie Tippen auf der iPhone-Tastatur. Einmal drüberlesen solltest du trotzdem.
Was ist der Unterschied zwischen Diktier-App und Diktierfunktion in der Tastatur?
Die Tastatur schreibt direkt in die App, in der du gerade bist, und eignet sich für kurze Nachrichten. Eine Diktier-App wie SotiTalk ist für längere Texte gemacht: Sie entfernt Füllwörter, übernimmt deine Korrekturen, setzt Absätze und speichert jeden Text.
Kann ich mein Handy als Diktiergerät mit Schreibfunktion nutzen?
Ja. Mit einer Diktier-App wie SotiTalk siehst du den Text schon während der Aufnahme und musst nichts abtippen. Willst du zusätzlich den Ton behalten, nimm eine Diktiergerät-App wie die Sprachmemos am iPhone.
Funktioniert SotiTalk offline?
Nein, beim Aufnehmen brauchst du Internet. Die Diktierfunktion der iPhone-Tastatur klappt in vielen Sprachen auch offline.
Wie privat ist das Diktieren mit SotiTalk?
Deine Aufnahme wird nie gespeichert, deine Texte bleiben auf deinem Handy. Ein Konto gibt es nicht, also lässt sich auch nichts mit dir verknüpfen.
Welche Sprachen versteht SotiTalk?
Dreizehn: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Hindi und Arabisch. Die Sprache erkennt die App von selbst, auch wenn du mittendrin wechselst.
Wie lange kann ich diktieren?
Bis zu 90 Minuten pro Aufnahme und bis zu 5 Stunden am Tag. Ist eine Aufnahme zu Ende, startest du direkt die nächste.
Kann SotiTalk Audiodateien oder Sprachmemos in Text umwandeln?
Nein, SotiTalk schreibt nur live mit. Für vorhandene Aufnahmen zeigen die Sprachmemos am iPhone und die Rekorder-App auf Pixel-Handys eine Transkription.
Läuft die Aufnahme weiter, wenn der Bildschirm gesperrt ist?
Ja. Am iPhone (ab iOS 17) stoppst du auf dem Sperrbildschirm, bei Android pausierst, setzt fort oder stoppst du über die Benachrichtigung.
Kann ich direkt in WhatsApp oder Gmail diktieren?
Mit SotiTalk nicht: Du kopierst oder teilst den Text in die App. Für eine kurze Antwort schreibt das Mikrofon in deiner Tastatur direkt in den Chat.